Beispielaufgaben

Im Folgenden findest du drei neue interne Übungsaufgaben, die wie die offiziellen Beispielaufgaben aus der ITB-Infobroschüre aufgebaut sind und die wir intern im Vorbereitungskurs nutzen. Sie bilden den Aufgabentyp „Verknüpfung komplexer Daten” (Lernphase + zeitlich versetzte Abrufphase) nach, verwenden jedoch eine vollständig eigenständige Datenmatrix, eigene Wirkstoffauswahl, eigene Target-Schemata und eigene Distraktoren.

Der Ablauf entspricht dem echten PhaST: Erst prägst du dir die Tabelle in der Lernphase unter Zeitdruck ein (für 6 Krankheiten ≈ 5–6 Minuten Übungszeit). Anschließend bearbeitest du andere Aufgabentypen (z. B. Konzentrationstest oder Polygon-Regelaufgaben) – mindestens 10–15 Minuten Pause oder andere mentale Beschäftigung – und kommst erst dann zur Abrufphase (3 Fragen, ca. 1,5 Minuten gesamt). Genau dieser Interferenzabstand ist der eigentliche Knackpunkt; ohne ihn trainierst du nicht das, was später im Test wirklich gefordert wird.

NoteLernphase – Datenmatrix einprägen (Zeitlimit: 5 Minuten)

Präge dir die folgende Tabelle möglichst gründlich ein. Notiere dir nichts schriftlich – im Originaltest führt das zum Ausschluss. Nutze stattdessen mentale Anker (z. B. Loci-Methode, markante Strukturmerkmale, absurde Bildverknüpfungen). Achte besonders darauf, welcher Wirkstoff zu welcher Krankheit, welchem Target, welcher Halbwertszeit (t½), welcher Bioverfügbarkeit (F) und welchen unerwünschten Wirkungen (UAW) gehört. Nach Ablauf der Zeit deckst du die Tabelle ab und bearbeitest erst andere Übungen, bevor du zur Abrufphase weitergehst.

Datenmatrix der Lernphase: 6 Krankheiten mit Pathophysiologie, Zielstruktur (Name + Schema), Wirkstoff, Strukturformel, Halbwertszeit, Bioverfügbarkeit und unerwünschten Wirkungen.
WarningInterferenzphase – jetzt unbedingt einlegen!

Decke die Tabelle ab und arbeite mindestens 10 Minuten an einem anderen Aufgabentyp (z. B. Konzentration, Polygone, räumliches Vorstellen). Erst danach beginnst du mit der Abrufphase weiter unten. Sonst trainierst du Kurzzeitgedächtnis statt das, was im echten PhaST geprüft wird.


Übungsaufgabe 1

Abrufphase – Frage 1 von 3. Bearbeitungszeit: ca. 30 Sekunden. Wähle die einzig korrekte Option.

Welche der folgenden unerwünschten Wirkungen wurde in der Datenmatrix dem Wirkstoff Fluoxetin zugeordnet?

  • A Tremor
  • B Hyperkaliämie
  • C Diarrhö
  • D Sexuelle Dysfunktion
  • E Diplopie

Richtig: D – Sexuelle Dysfunktion.

Fluoxetin (SSRI bei depressiver Störung, Target: Serotonintransporter) war in der Tabelle mit Übelkeit, Schlafstörung und sexueller Dysfunktion verknüpft. Die übrigen UAW gehören zu anderen Zeilen: Tremor → Salbutamol, Hyperkaliämie → Valsartan, Diarrhö → Omeprazol, Diplopie → Lamotrigin. Typischer Fallstrick: Alle fünf Optionen stammen aus der Tabelle, nur eine gehört in die richtige Zeile.


Übungsaufgabe 2

Abrufphase – Frage 2 von 3. Bearbeitungszeit: ca. 30 Sekunden. Wähle die einzig korrekte Strukturformel.

Mit welchem der unten abgebildeten Arzneistoffe lässt sich nach der eingeprägten Datenmatrix eine fokale Epilepsie behandeln?

Fünf Strukturformeln zur Auswahl (A–E).

Richtig: B – Lamotrigin.

Die fokale Epilepsie war in der Datenmatrix mit dem spannungsabhängigen Na⁺-Kanal als Target und Lamotrigin als Wirkstoff verknüpft. Lamotrigin erkennt man an dem 1,2,4-Triazinring mit zwei Aminogruppen und dem 2,3-Dichlorphenylsubstituenten. Die anderen Strukturen gehören zu anderen Krankheiten: A = Salbutamol (Asthma), C = Valsartan (Hypertonie), D = Fluoxetin (Depression), E = Sitagliptin (Diabetes Typ 2). Anker beim Lernen: „Triazin + zwei Chlor am Phenyl = Anti-Krampf”.


Übungsaufgabe 3

Abrufphase – Frage 3 von 3. Bearbeitungszeit: ca. 30 Sekunden.

Einer der eingeprägten Wirkstoffe bindet an die unten schematisch dargestellte Zielstruktur. Welche Halbwertszeit wurde diesem Wirkstoff in der Datenmatrix zugeordnet?

Schema des biologischen Targets, an das der gesuchte Wirkstoff bindet.
  • A 1 h
  • B 6 h
  • C 12 h
  • D 30 h
  • E 48 h

Richtig: C – 12 h.

Das Schema zeigt das Enzym-Target (gelbliche Blob-Form mit eingekerbter aktiver Tasche und „E”-Markierung), das in der Tabelle der DPP-4 zugeordnet war. Daran bindet Sitagliptin (Diabetes mellitus Typ 2). Sitagliptin hatte die Halbwertszeit 12 h und eine Bioverfügbarkeit von 87 %. Die Distraktoren entsprechen den t½-Werten der übrigen Zeilen (Omeprazol 1 h, Valsartan 6 h, Lamotrigin 30 h, Fluoxetin 48 h). Lerntipp: Verknüpfe das Target-Schema nicht isoliert, sondern immer als Kette „Schema → Targetname → Wirkstoff → t½/F → UAW”.

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