Erfahrungsberichte: Realität, Schwankungen und Überraschungen

Erfahrungsberichte zu diesem Untertest klingen auf den ersten Blick widersprüchlich: Manche schreiben „deutlich schwerer als die Broschüre”, andere „eigentlich genau wie geübt” oder sogar „leichter als das schwierigste Beispiel”. Wenn du mehrere Berichte hintereinander liest, fragst du dich zwangsläufig: Was stimmt denn nun? Die Antwort ist: alles davon – und genau diese Spannweite ist die wichtigste Information für deine Vorbereitung.

Das gemischte Bild der letzten Jahre

Wenn man die Forenbeiträge zu „Tabellen und Diagrammen” der letzten Jahre nebeneinander legt, zeichnet sich ein klares Muster ab: Die Wahrnehmung schwankt deutlich zwischen den Testterminen.

2021 bis 2023 dominieren Berichte, die diesen Untertest als spürbar schwerer empfanden, als die Beispielaufgaben in der ITB-Infobroschüre vermuten lassen. Besonders 2023 häufen sich Aussagen wie „deutlich, deutlich schwieriger”, „unübersichtlich” und „viel mehr Anwendung als bloßes Ablesen”. Eine Person aus dem Juni 2023 zieht den Vergleich, die Aufgaben hätten eher dem Niveau des schwierigsten Broschürenbeispiels (mit den Mäusen und der Substanz, also dem mehrstufigen Hochrechnungsproblem) entsprochen als den einfacheren ersten Beispielen. Ein anderer Bericht aus dem November 2023 bestätigt das fast wörtlich: nicht einfach, sehr anwendungslastig, eher wie die letzte Broschürenaufgabe. Es gibt sogar einen emotionaleren Beitrag, in dem ein Prüfling kapitalisiert ausruft, was das überhaupt für Diagramme und Tabellen gewesen seien – ein Hinweis darauf, dass dieser Teil 2023 von einigen als regelrechter Schock erlebt wurde.

Ab 2024 und 2025 kippt das Bild. Mehrere Berichte beschreiben den Untertest jetzt als broschürennah oder sogar etwas leichter als die anspruchsvollste Beispielaufgabe – also genau das Gegenteil der Stimmung von 2023. Eine Person mit einem starken Modulergebnis (111 Punkte in diesem Teil) urteilt nüchtern, das Niveau sei mit der Broschüre vergleichbar gewesen. Andere mit ähnlich guten Resultaten halten die Aufgaben sogar für unter dem Niveau des schwersten Broschürenbeispiels.

Jeder Punkt steht für eine Forenrückmeldung; die vertikale Position zeigt, wie schwer der Untertest im Vergleich zur Broschüre empfunden wurde.

Das Bild ist eine grobe Veranschaulichung – keine Statistik, sondern eine Stimmungskarte. Die Botschaft: Es gibt keinen festen, jedes Jahr identischen Schwierigkeitsgrad. Plane mental für ein Spektrum, nicht für einen Punkt. Wenn du am Testtag Aufgaben siehst, die unangenehm anwendungslastig wirken, bist du nicht schlecht vorbereitet – du sitzt vermutlich gerade in einem Termin, der eher in Richtung des oberen Endes des Spektrums liegt.

NoteHinweis: Warum die Schwankungen?

Mehrere Erklärungen sind plausibel: erstens echte Variation der Aufgabenkohorten zwischen den Testterminen, zweitens unterschiedliche Vorbereitung der Berichtenden (wer vorher viel TMS gemacht hat, empfindet anders als jemand, der nur die Broschüre gelesen hat), drittens schlicht die emotionale Färbung – wer in diesem Untertest unter Zeitdruck gerät, erinnert ihn anschließend härter, als er objektiv war. Vermutlich ist es eine Mischung aus allen dreien.

TMS als Übungsmaterial – differenziert betrachtet

Bei keinem anderen Untertest ist die externe Übungsempfehlung so eindeutig wie hier: Fast jeder Erfahrungsbericht nennt die TMS-Übungsbücher zu „Diagrammen und Tabellen” als wichtigste Zusatzressource neben der Broschüre. Das gilt über alle Jahrgänge hinweg, von 2021 bis 2025. Selbst das ITB selbst hat laut einer Berichtenden in der Vergangenheit auf TMS-Material verwiesen.

Trotzdem fallen die Bewertungen nicht uniform positiv aus. Mehrere Stimmen schränken den Nutzen ausdrücklich ein. Eine Person aus 2025 schreibt sinngemäß, das TMS-Heft sei nicht ihre erste Empfehlung gewesen, weil dort sehr feine sprachliche Spitzfindigkeiten geprüft würden („Anzahl” gegen „Anteil” und ähnliche Wortklippen) – etwas, das im PhaST in dieser Form weniger Gewicht habe. Außerdem seien TMS-Diagramme oft Bevölkerungsstatistiken zu Krankheiten und wirkten dadurch optisch anders als die naturwissenschaftlich-pharmazeutischen Darstellungen im PhaST. Eine andere Berichtende aus 2025 sagt zwar, das TMS-Buch sei hilfreich, ihre eigenen Tabellen im echten Test seien aber sogar unübersichtlicher gewesen als das, was sie aus dem TMS gewohnt war.

Zwei Welten mit gemeinsamer Grundkompetenz: TMS trainiert das Handling, der PhaST trägt es in einen anderen visuellen Kontext.

Das praktische Fazit aus diesen Berichten: TMS-Material ist die beste Trainingsumgebung, die du außerhalb der Broschüre findest – aber nicht die exakte Simulation des PhaST. Nutze es vor allem dafür, was es wirklich gut leistet: schnelles, präzises Ablesen unter Zeitdruck und das routinierte Hin- und Herwandern zwischen Tabelle, Diagramm und Frage. Erwarte aber nicht, dass dir am Testtag dieselben Bevölkerungsdiagramme begegnen. Konkretere Hinweise zum Materialeinsatz findest du im Unterkapitel „Vorbereitung: Materialien, Methoden und Lernplan”.

Der emotionale Faktor: Zeitdruck, Unübersichtlichkeit und „viel Anwendung”

Hinter den nüchternen Schwierigkeitsangaben steckt fast immer eine emotionale Schicht, die in den Berichten deutlich durchscheint. Drei Eindrücke kehren besonders häufig wieder.

Erstens Zeitdruck. Mehrere Personen schreiben, sie hätten in diesem Untertest die Zeit als sehr knapp empfunden – auch solche, die andere Module zeitlich gut bewältigt haben. Das ist plausibel, denn anders als beim reinen Ablesen einer Tabelle braucht eine mehrstufige Hochrechnung wie in unserer Übungsaufgabe 3 (Substanz Y, Hochrechnung von 5er- auf 10er-Gruppen) merkbar Zeit – und davon hast du im Schnitt nur etwa 100 Sekunden pro Aufgabe.

Zweitens das Überraschungsmoment durch Unübersichtlichkeit. Wer sich nur die Beispielaufgaben in der Broschüre angeschaut hat, kommt mit einer bestimmten Erwartung in den Test – und erlebt dann manchmal Schaubilder, die optisch dichter, vielschichtiger oder schlicht ungewöhnlicher dargestellt sind. Genau diesen Aha-Moment beschreiben die Berichte aus 2023 und teilweise 2025 sehr offen.

Drittens das Gefühl, es gehe „mehr um Anwendung als um Ablesen”. Damit ist nicht gemeint, dass plötzlich Pharmazie-Vorwissen geprüft würde – das stimmt nicht und wird vom ITB ausdrücklich ausgeschlossen. Gemeint ist, dass viele Aufgaben nicht mit dem ersten abgelesenen Wert beantwortet sind. Du musst zwei Werte verbinden, hochrechnen, eine Aussage gegen mehrere Kurven prüfen oder eine Stufenfolge interpretieren. Genau diese Art von Aufgabe steckt in den Übungsaufgaben 2 und 3 unseres Übungsblocks – und sie braucht Übung, weil das reine Ablesen einer Skala dafür nicht reicht.

ImportantWichtig: Lass dich nicht entmutigen

Der wichtigste Rat, den die Community zu diesem Untertest gibt – und er taucht in fast jedem detaillierten Bericht aus 2023 auf – lautet sinngemäß: Auch wenn dir eine Aufgabe das Gefühl gibt, du verstehst gerade gar nichts, bleib ruhig und mach weiter. Genau dieser Untertest ist anfällig für Panikspiralen, weil er visuell überwältigend wirken kann. Eine einzelne sperrige Grafik ist kein Indikator für deinen Gesamtstand. Markiere sie, geh weiter, komm gegebenenfalls am Ende zurück.

Was sich als Konstante herauskristallisiert

Trotz aller Schwankungen lassen sich aus der Gesamtheit der Berichte Punkte herausziehen, die jahresübergreifend stabil sind:

Schwankt zwischen den Jahren Bleibt konstant
Subjektive Gesamtschwierigkeit Aufgabenformat (Multiple-Choice, eine richtige Antwort)
Optische Komplexität der Schaubilder 15 Aufgaben in 25 Minuten
Anteil reiner Ableseaufgaben Keine Vorkenntnisse, kein Taschenrechner
Wie ähnlich das Ganze der Broschüre wirkt Hilfreich: TMS-Material zum Training
Anteil an Hochrechnungs-/Anwendungsaufgaben Empfehlung: durchsichtiges Lineal nutzen

Daraus ergibt sich eine ziemlich klare Marschrichtung: Alles, was unter „bleibt konstant” steht, kannst und solltest du gezielt vorbereiten. Alles, was unter „schwankt” steht, ist Risikomanagement – darauf bereitest du dich vor, indem du dein Niveau hoch genug einstellst, um auch das obere Ende des Spektrums abzudecken.

Wie du diese Berichte für deine eigene Vorbereitung nutzt

Drei konkrete Schlussfolgerungen sind für deinen Lernplan nützlich:

Bereite dich am schwierigsten Broschürenbeispiel aus, nicht am leichtesten. Mehrere Berichte verankern den realen Schwierigkeitsgrad genau dort. Wenn du die Logik einer mehrstufigen Hochrechnung wie in unserer Übungsaufgabe 3 wirklich routiniert hinbekommst, hast du eine gute Versicherung gegen einen anspruchsvolleren Termin. Wenn der echte Test dann doch eher broschürennah ist, wirkt er entspannt – im umgekehrten Fall hast du Reserve.

Übe explizit unter Zeitdruck und mit Lineal. Beide Hinweise tauchen unabhängig voneinander mehrfach in den Berichten auf. Ein durchsichtiges Lineal ist im Test erlaubt und beim Ablesen von Diagrammlinien und Tabellenzeilen tatsächlich nützlich. Wer es zum ersten Mal am Testtag in die Hand nimmt, verschenkt aber Zeit – also ruhig schon beim Üben einsetzen.

Trenne Trainingseffekt und Realitätsbild. TMS-Bücher sind hervorragend, um Routine im Umgang mit Diagrammen und Tabellen aufzubauen. Sie sind nicht gut darin, dir ein 1:1 zutreffendes Bild der PhaST-Optik zu geben. Wenn du das im Kopf hast, vermeidest du beide klassischen Fehler: TMS zu unterschätzen, weil es „nicht genau wie der PhaST aussieht” – und sich von TMS-Routine zu sehr in Sicherheit zu wiegen, weil der PhaST am Ende doch anders wirkt.

TipTipp: Mentale Vorbereitung mit Bandbreite

Geh nicht mit der Erwartung „so wie in der Broschüre” in den Test, sondern mit der Erwartung „irgendwo in einem Spektrum von broschürennah bis deutlich anspruchsvoller”. Diese mentale Voreinstellung kostet dich nichts, schützt dich aber wirksam vor dem Schockmoment, den 2023 mehrere Prüflinge in genau diesem Untertest erlebt haben. Wer mit Spielraum kommt, gerät seltener in Panik – und hält den Kopf kühl, wenn eine sperrige Grafik auf dem Bildschirm auftaucht.

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