Aufgabenformat auf dem Laptop: Lernphase und Abrufphase

Wenn du dich auf den Untertest „Verknüpfung komplexer Daten” vorbereitest, ist die häufigste Frage zuerst nicht inhaltlich, sondern ganz pragmatisch: Wie sieht so eine Aufgabe auf dem Laptop eigentlich aus? Diese Seite beantwortet genau das. Du erfährst, was du in der Lernphase auf dem Bildschirm siehst, welche Spielregeln dabei gelten und in welcher Form die Fragen später in der Abrufphase wieder auf dich zukommen. Inhaltlich gehen wir hier noch nicht in die Tiefe – darum kümmern sich die folgenden Unterkapitel.

Der Aufbau in zwei zeitlich getrennten Phasen

Anders als bei fast allen anderen Untertests bekommst du hier nicht eine Aufgabe nach der anderen mit direkter Antwort. Der Untertest ist in zwei Blöcke aufgeteilt, zwischen denen mehrere andere Untertests liegen:

Der Untertest besteht aus zwei zeitlich getrennten Phasen mit einer langen Interferenzstrecke dazwischen.

Diese Aufteilung ist kein technisches Detail, sondern das Herzstück des Tests: Geprüft wird nicht das kurzfristige Behalten direkt nach dem Anschauen, sondern der Abruf nach Ablenkung. Genau das macht den Untertest viel anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick wirkt – und deshalb übst du die Datenmatrix sinnvollerweise nie isoliert, sondern immer mit einer echten Pause oder anderen Aufgaben dazwischen.

So sieht der Bildschirm in der Lernphase aus

Du landest auf einer einzigen großen Seite, auf der eine breite Datenmatrix dargestellt ist – also eine Tabelle mit mehreren Zeilen (eine pro Krankheit) und mehreren Spalten (jeweils eine Eigenschaft). Über der Tabelle steht die Aufforderung, dir die Inhalte einzuprägen, dazu meist ein Hinweis auf die verbleibende Zeit. Mehr ist nicht zu tun: kein Klicken, kein Antworten – nur lesen und merken.

Lernphase – Verknüpfung komplexer Daten ⏱ 14:23 verbleibend Bitte prägen Sie sich die folgenden Informationen ein. Notizen sind nicht erlaubt. Krankheit Pathophysiologie Target (Name) Target-Bild Wirkstoff Strukturformel F UAW [Text] [Text] [Text] [Bild] [Text] [Strukturformel] [Zahl] [Zahl] [Text] … 6 bis 7 Krankheiten gesamt …

Die Spalten kombinieren ganz bewusst unterschiedliche Darstellungsformen: kurze Texte (Krankheitsname, Symptome, Nebenwirkungen), reine Zahlenwerte (Halbwertszeit in Stunden, Bioverfügbarkeit in Prozent), schematische Bilder (z. B. ein Rezeptor in der Membran, ein Enzym mit Bindetasche, eine Organabbildung) und chemische Strukturformeln. Genau dieser Mix ist der Punkt – das Format prüft, ob du Informationen aus verschiedenen Modalitäten miteinander verknüpfen kannst.

Wie viele Zeilen es genau sind, schwankt nach Erfahrungsberichten leicht: Üblich sind 6 Krankheiten, in einigen Jahrgängen wurden 7 berichtet. Die Spaltenanzahl ist im echten Test oft eher größer als in der offiziellen Übungstabelle – manchmal kommen zusätzliche Bilder dazu, etwa ein Histologiebild oder eine separate Pathophysiologie-Abbildung. Genau so ist auch unsere interne Übungstabelle weiter oben aufgebaut: 6 Krankheiten von Diabetes Typ 2 bis fokale Epilepsie, jede Zeile mit Pathophysiologie, Targetname, Target-Schema, Wirkstoff, Strukturformel, t½, F und UAW.

Was im Test sonst noch auf dem Bildschirm sichtbar ist

Neben der Tabelle siehst du in der Regel:

  • einen Countdown-Timer für die Lernphase (im Originaltest 15 Minuten),
  • einen kurzen Hinweis, dass es sich um die Lernphase handelt,
  • den expliziten Hinweis, dass keine Notizen erlaubt sind.

Mehr nicht. Es gibt keine Antwortfelder, keine Weiterklick-Pflicht, kein Hin- und Herblättern zwischen verschiedenen Tabellen. Du arbeitest die ganze Zeit auf einer einzigen Ansicht.

ImportantWichtig: Notizen sind ausdrücklich verboten

In der Lernphase darfst du nichts schriftlich festhalten – auch keine Stichworte oder Skizzen. Verstöße können laut offizieller Information auch nachträglich zum Testausschluss führen. Dein einziges Werkzeug ist dein Kopf: mentale Anker, Bilder, Geschichten. Wie du das systematisch trainierst, behandeln wir im Unterkapitel zu den Mnemotechniken.

Die Abrufphase: dieselbe Matrix, aber zerlegt in Einzelfragen

Nach mehreren anderen Untertests bist du gedanklich längst woanders. Genau dann erscheint die Abrufphase: zwölf einzelne Multiple-Choice-Fragen mit jeweils fünf Antwortoptionen (A–E), kurz und knapp formuliert. Pro Frage hast du im Originaltest im Schnitt nur etwa 25 Sekunden Zeit – das ist bewusst so eng gesetzt, dass du nicht lange grübeln kannst.

Jede Frage zwingt dich, zwei Elemente aus der Matrix in Verbindung zu bringen, die in der Tabelle in unterschiedlichen Spalten standen. Drei Grundtypen tauchen immer wieder auf, und genau diese drei Typen haben wir auch in unseren internen Übungsaufgaben (siehe oben) abgebildet:

Typ Was ist gegeben? Was wird gefragt? Beispiel aus unseren Übungen
Text → Text ein Wirkstoffname eine Eigenschaft (z. B. UAW, t½) „Welche UAW gehört zu Fluoxetin?”
Text → Bild eine Krankheit die richtige Strukturformel unter mehreren „Welche Struktur behandelt fokale Epilepsie?” → Lamotrigin
Bild → Zahl/Text ein Schemabild eines Targets eine pharmakokinetische Größe „Welche t½ hat der Wirkstoff am gezeigten Enzym-Schema?” → Sitagliptin, 12 h

Die Richtung kann beliebig variiert werden: Manchmal ist die Strukturformel gegeben und der Wirkstoffname gesucht, manchmal eine Nebenwirkung gegeben und die Krankheit gesucht. Das Prinzip bleibt aber dasselbe – eine Verknüpfung quer durch die Tabelle herstellen.

Wie eine Abrufaufgabe konkret auf dem Bildschirm aussieht

Das Layout ist bewusst minimalistisch: oben die Frage, darunter fünf Auswahlfelder. Die Antwortoptionen können je nach Fragetyp Text, Zahlen oder Bilder sein – also auch fünf Strukturformeln nebeneinander, oder fünf kleine Target-Schemata.

Abrufphase – Frage 7 von 12 ⏱ 03:47 Welche unerwünschte Wirkung wurde dem Wirkstoff Fluoxetin zugeordnet? Wählen Sie die einzig zutreffende Option. A    Tremor B    Hyperkaliämie C    Diarrhö D    Sexuelle Dysfunktion E    Diplopie

Das Layout ist an unsere interne Übungsaufgabe 1 (Fluoxetin) angelehnt. Bei den Bildtypen sieht es analog aus: Statt fünf Textzeilen erscheinen dann fünf Kästchen mit Strukturformeln (wie in unserer Übungsaufgabe 2 zur fokalen Epilepsie) oder fünf kleine Schemabilder. Die Bedienung bleibt identisch: ein Klick auf das richtige Feld, ggf. weiter zur nächsten Frage.

Warum die Antwortoptionen fast immer aus der Matrix stammen

Ein wichtiges Detail, das viele auf den ersten Blick übersehen: Die fünf Antwortoptionen sind keine zufällig erfundenen Begriffe, sondern stammen praktisch immer aus der Datenmatrix selbst. In unserer Übungsaufgabe 1 sind die fünf angebotenen UAW genau die Nebenwirkungen, die in den anderen Tabellenzeilen standen – Tremor gehört zu Salbutamol, Hyperkaliämie zu Valsartan und so weiter. Das gilt für Strukturformeln genauso (Übungsaufgabe 2: alle fünf Strukturen sind Wirkstoffe der Tabelle) wie für Zahlenwerte (Übungsaufgabe 3: alle fünf Halbwertszeiten kamen vor).

Das hat eine klare didaktische Konsequenz für deine Vorbereitung:

NoteHinweis: Erkennen reicht nicht – Zuordnen ist gefragt

Du kannst eine Antwort nicht „erraten”, weil sie inhaltlich plausibel klingt. Alle Optionen klingen plausibel – sie sind ja echte Inhalte der Tabelle. Du musst wissen, welches Element in welche Zeile gehört. Reines Wiedererkennen („das habe ich irgendwo gesehen”) führt dich direkt in die Falle: Du erinnerst dich, dass „Tremor” in der Tabelle vorkam, aber eben nicht bei Fluoxetin, sondern bei Salbutamol.

Genau das ist der Grund, warum Erfahrungsberichte den Untertest oft so beschreiben: Die Tabelle anzuschauen war einfacher als gedacht – die Fragen waren der Schock. Die Schwierigkeit verlagert sich vom Einprägen zur eindeutigen Zuordnung unter Zeitdruck und nach Ablenkung. Mit dieser Einsicht hast du die Bildschirmlogik des Untertests verstanden – die nächsten Unterkapitel zeigen, wie du die einzelnen Inhaltstypen (Begriffe, Bilder, Zahlen) konkret kodierst und welche Verknüpfungsketten dir das spätere Abrufen erleichtern.

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