Akustik und Wellen: die wichtigsten Schulformeln
Akustik klingt erst einmal nach Spezialwissen, doch im PhaST tauchen genau die Formeln auf, die du wahrscheinlich schon in der Mittelstufe kurz hattest – nur unter Zeitdruck und ohne Taschenrechner. In Erfahrungsberichten aus 2025 wird Akustik ausdrücklich als Thema genannt, das einen Blick wert ist. Auf dieser Seite siehst du die wirklich nötigen Bausteine: vier Grundgrößen, zwei Formeln, ein bisschen Verhältnisdenken – und du bist auf diesen Themenblock vorbereitet.
Die vier Grundgrößen einer Welle
Eine Welle – egal ob Schall in der Luft, eine Welle im Wasser oder eine Saitenschwingung – wird durch vier Größen beschrieben, die immer wieder zusammen auftauchen:
| Größe | Symbol | Einheit | Was sie misst |
|---|---|---|---|
| Frequenz | \(f\) | Hertz (Hz = 1/s) | Wie viele Schwingungen pro Sekunde |
| Periodendauer | \(T\) | Sekunde (s) | Wie lange eine einzelne Schwingung dauert |
| Wellenlänge | \(\lambda\) | Meter (m) | Räumlicher Abstand zwischen zwei Wellenbergen |
| Ausbreitungsgeschwindigkeit | \(c\) (oder \(v\)) | m/s | Wie schnell sich die Welle ausbreitet |
Eine kleine Eselsbrücke zur Unterscheidung von \(f\) und \(T\): Frequenz fragt „wie oft pro Sekunde?“, Periode fragt „wie lange pro Schwingung?”. Singst du einen Ton mit \(f = 100\ \text{Hz}\), schwingt deine Stimmlippe 100-mal in einer Sekunde – jede einzelne Schwingung dauert dann nur \(T = 1/100\ \text{s} = 0{,}01\ \text{s}\).

Die Wellenlänge \(\lambda\) siehst du dagegen, wenn du die Welle als räumliches Bild aufnimmst – also einen „Schnappschuss” in einem festen Moment. Sie ist der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wellenbergen.

Beide werden gerne verwechselt, weil beide den „Abstand zwischen zwei Bergen” beschreiben – aber einer ist zeitlich (T, gemessen in Sekunden), der andere räumlich (λ, gemessen in Metern). Wer das vermischt, kommt auf absurde Einheiten wie „Sekunden pro Sekunde”. Achte deshalb in jeder Aufgabe darauf, ob die x-Achse Zeit oder Ort zeigt.
Die zwei Formeln, die alles verbinden
Mehr als zwei Beziehungen brauchst du auf Schulniveau praktisch nie:
\[T = \frac{1}{f} \qquad\Longleftrightarrow\qquad f = \frac{1}{T}\]
\[c = \lambda \cdot f \qquad\Longleftrightarrow\qquad \lambda = \frac{c}{f} \qquad\Longleftrightarrow\qquad f = \frac{c}{\lambda}\]
Die erste Formel ist reine Definition: Wenn pro Sekunde \(f\) Schwingungen passieren, dauert eine einzelne \(1/f\) Sekunden lang. Die zweite Formel kann man sich plausibel machen: In einer Sekunde legt die Welle die Strecke \(c\) zurück und schiebt dabei genau \(f\) Wellenberge an dir vorbei – jeder davon ist \(\lambda\) lang. Also \(c = \lambda \cdot f\).
Konkretes Beispiel. Schall breitet sich in Luft mit etwa \(c = 340\ \text{m/s}\) aus. Der Kammerton a hat \(f = 440\ \text{Hz}\). Wie lang ist seine Wellenlänge?
\[\lambda = \frac{c}{f} = \frac{340\ \text{m/s}}{440\ \text{Hz}} \approx 0{,}77\ \text{m}\]
Eine Schallwelle des Kammertons ist also etwa so lang wie ein Unterarm – das ist die Strecke, die der Druckwechsel von einem Maximum zum nächsten in der Luft ausfüllt.
Was reagiert wie? Proportionales und antiproportionales Verhalten
Der Test zielt häufig nicht auf die Zahl ab, sondern auf das Verhältnisdenken: Was passiert, wenn ich eine Größe verdopple? Genau hier verlieren viele Punkte, weil sie aus dem Bauch heraus raten.
Aus \(c = \lambda \cdot f\) liest du sofort drei Szenarien ab:
- Bei fester Geschwindigkeit \(c\) (z. B. immer in Luft) gilt: \(\lambda\) und \(f\) sind antiproportional. Verdoppelt sich \(f\), halbiert sich \(\lambda\).
- Bei fester Frequenz \(f\) (z. B. ein Lautsprecher gleicher Tonhöhe in Luft vs. Wasser) gilt: \(\lambda\) ist proportional zu \(c\). Doppelte Geschwindigkeit → doppelte Wellenlänge.
- Bei fester Wellenlänge \(\lambda\) wäre \(f\) proportional zu \(c\) – das ist physikalisch seltener, taucht aber als Verständnisfrage auf.

Bevor du zu rechnen anfängst, schau dir die Formel an und frage: Steht die gesuchte Größe oben oder unten im Bruch, und welche Größen sind festgehalten? Bei \(\lambda = c/f\) ist sofort klar – verdopple ich \(f\), halbiert sich \(\lambda\). Diese kurze Vorüberlegung ersetzt oft jegliche Rechnung und kostet zwei Sekunden statt zwei Minuten.
Einheiten – wo es wirklich klemmt
Nach den Erfahrungsberichten ist der Mathe-/Physik-Teil sehr einheitenlastig. Bei Wellen treffen drei Einheitenfamilien aufeinander, und genau an deren Schnittstellen passieren die meisten Fehler.
Hertz auflösen. Wenn du dir bei Einheiten unsicher bist, schreib Hertz immer als \(1/\text{s}\). Dann erkennst du auf einen Blick, dass die Formel \(c = \lambda \cdot f\) dimensionell stimmt:
\[[c] = [\lambda] \cdot [f] = \text{m} \cdot \frac{1}{\text{s}} = \frac{\text{m}}{\text{s}} \;\checkmark\]
Präfixe. Frequenzen kommen oft in kHz (\(10^3\) Hz), MHz (\(10^6\) Hz) oder GHz (\(10^9\) Hz) – Periodendauern entsprechend in ms (\(10^{-3}\) s), µs (\(10^{-6}\) s), ns (\(10^{-9}\) s). Die beiden hängen direkt zusammen:
| Frequenz | entspricht Periodendauer |
|---|---|
| 1 Hz | 1 s |
| 1 kHz | 1 ms |
| 1 MHz | 1 µs |
| 1 GHz | 1 ns |
Diese Tabelle ist Gold wert. Steht in einer Aufgabe „\(f = 2\ \text{MHz}\)“, dann ist \(T = 0{,}5\ \text{µs}\) – ohne jede Rechnung.
Ein häufiger Aufgabentyp ist der Vergleich mehrerer Werte mit unterschiedlichen Einheiten – etwa „Welche der folgenden Geschwindigkeiten ist die kleinste: 10 cm/s, 1 km/s, 20 cm/min?“. Solche Vergleichsaufgaben tauchen laut Erfahrungsberichten regelmäßig auf. Die einzige sichere Methode: alle Werte in dieselbe Einheit umrechnen (z. B. m/s) und dann vergleichen. Niemals nach Bauchgefühl gehen, weil 1 km/s und 20 cm/min optisch gleich „kompakt” wirken.
Wie sehen die Aufgaben im Test aus?
Aus dem Erfahrungsbild ergeben sich drei Aufgabentypen, die sich an Akustik/Wellen direkt anwenden lassen.
Typ 1: Direkte Formelanwendung. Drei der vier Größen sind gegeben, die vierte gesucht. Du brauchst nur die richtige Formel und musst sauber rechnen.
Beispiel: Eine Schallwelle in Luft hat eine Frequenz von \(f = 1700\ \text{Hz}\). Wie groß ist die Wellenlänge bei \(c = 340\ \text{m/s}\)?
\(\lambda = c/f = 340/1700\ \text{m} = 0{,}2\ \text{m} = 20\ \text{cm}\).
Typ 2: Verhältnisaufgabe. Eine Größe ändert sich um Faktor 2, 3 oder 10 – wie reagiert die andere?
Beispiel: Schall geht von Luft (\(c \approx 340\ \text{m/s}\)) in Wasser über (\(c \approx 1480\ \text{m/s}\)). Die Frequenz der Schallquelle bleibt gleich. Was passiert mit der Wellenlänge?
Aus \(\lambda = c/f\) folgt: \(\lambda\) wächst um denselben Faktor wie \(c\), also etwa \(1480/340 \approx 4{,}4\). Im Wasser ist die Wellenlänge gut viermal länger als in der Luft.
Typ 3: Einheiten- und Größenordnungsvergleich. Mehrere Werte mit gemischten Präfixen, du sollst den größten/kleinsten finden.
Beispiel: Welche dieser Periodendauern gehört zur höchsten Frequenz?
- \(T = 2\ \text{ms}\) → \(f = 500\ \text{Hz}\)
- \(T = 50\ \mu\text{s}\) → \(f = 20\ \text{kHz} = 20\,000\ \text{Hz}\)
- \(T = 0{,}1\ \text{s}\) → \(f = 10\ \text{Hz}\)
Höchste Frequenz = kürzeste Periode → Antwort b. Wer hier nur auf die Zahlen schaut („50 ist größer als 2”), tappt in die Falle.

Solche Größenordnungen tauchen in Vergleichsaufgaben gerne als Distraktoren auf – „ist 3 MHz mehr oder weniger als 20 kHz?” Wer hier ein Gefühl für Zehnerpotenzen hat, antwortet sofort: \(3\ \text{MHz} = 3{\,}000\ \text{kHz}\), also 150-mal so viel.
Häufige Stolperfallen
„Ich verwechsle f und T.” Symptom: Du rechnest in der Aufgabe \(\lambda = c \cdot T\) statt \(\lambda = c/f\) und bekommst absurde Ergebnisse. Gegenmittel: Schreibe Hertz immer als \(1/\text{s}\) aus. Dann zeigt dir die Einheitenkontrolle sofort, ob du multiplizieren oder dividieren musst.
„Ich vergesse die Präfixe.” Symptom: \(f = 2\ \text{kHz}\), du rechnest aber mit \(f = 2\). Gegenmittel: Bevor du irgendetwas einsetzt, schreib alle Werte in SI-Grundeinheiten (Hz, m, s, m/s) auf. Eine Zeile mehr, aber kein Faktor 1000 verloren.
„Ich gehe vom falschen Medium aus.” Symptom: Du nimmst \(c = 340\ \text{m/s}\), obwohl die Aufgabe von Wasser oder Stahl spricht. Gegenmittel: \(c\) steht in der Aufgabe oder in der Formelsammlung – nicht im Kopf raten.
„Ich übersehe das Verhältnisdenken.” Symptom: Die Aufgabe fragt nur nach dem Faktor, du rechnest aber alles aus. Gegenmittel: Wenn die Frage „um wieviel mal größer/kleiner?” lautet, steht die Antwort meist direkt im Verhältnis der gegebenen Zahlen, ohne dass du eine Endgröße brauchst.
Akustik im PhaST bedeutet im Kern: \(T = 1/f\), \(c = \lambda \cdot f\), sicheres Umrechnen mit kHz/ms/MHz/µs und das Verhältnisdenken bei Mediumwechseln. Tiefere Schwingungslehre (Resonanz, Schwebung, Doppler-Effekt etc.) ist laut Erfahrungsberichten kein Stoff dieses Untertests. Erscheint dir eine Aufgabe komplizierter, liegt es fast immer an verschachtelten Einheiten – nicht an versteckter Physik.
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