Aufgabenformat und Darstellung am PC
Im Textverständnis-Modul sitzt du vor dem Laptop, liest einen kurzen naturwissenschaftlichen Sachtext und beantwortest dazu mehrere Single-Choice-Fragen. Klingt simpel – ist aber im Detail überraschend eigen, weil das Format einige Einschränkungen hat, die du vorher kennen solltest. Auf dieser Seite geht es ausschließlich darum, wie dir die Aufgaben am Bildschirm begegnen, nicht darum, wie du sie inhaltlich knackst.
So sieht der Bildschirm aus
Das Modul ist vollständig PC-basiert. Du bekommst einen Fachtext und mehrere zugehörige Fragen mit jeweils fünf Antwortoptionen (A–E), von denen genau eine richtig ist. Klassisches Single-Choice also, ohne Mehrfachauswahl, ohne freie Eingabe, ohne Schieberegler. Das folgende Schema zeigt einen typischen Aufbau – die genaue grafische Gestaltung kann sich vom echten Test unterscheiden, der prinzipielle Aufbau ist aber stabil:
Links der Text, rechts die Frage mit fünf Antwortbuttons – das ist das Grundlayout. Wichtig: Diese Skizze ist eine eigene, vereinfachte Darstellung; die offizielle ITB-Oberfläche kann anders aussehen, das Prinzip „Text + Single-Choice mit fünf Optionen” ist aber gesichert.
Mehrere kurze Texte statt eines langen
Ein häufiges Missverständnis: Der Block besteht nicht aus einem einzigen langen Text, an dem man sich abarbeitet. Stattdessen liest du im Test mehrere eher kurze Fachtexte hintereinander, jeweils mit mehreren Fragen drangehängt. Erfahrungsberichte aus verschiedenen Jahren beschreiben das ziemlich übereinstimmend, auch wenn die genaue Aufteilung schwankt:
| Jahrgang | Berichtete Aufteilung |
|---|---|
| 2021 | etwa 3 kurze Texte |
| 2023 | rund 5 Texte mit je 3 Fragen |
| 2024 | mehrere Texte mit 3–5 Fragen pro Text |
| 2022 | Aufteilung ungleichmäßig, „chaotisch” wirkend |
Die offizielle Vorgabe sind 15 Aufgaben in 25 Minuten. Wie diese 15 Fragen auf die Texte verteilt werden, ist dagegen nicht starr – rechne nicht mit „immer drei Fragen pro Text”, sondern mit einer variablen Verteilung. Das ist insofern relevant, als du beim Lesen nicht weißt, wie viele Fragen gleich auf den Text folgen.
Mehrere Teilnehmer beschreiben die Texte im echten Test als deutlich kürzer als das Beispiel in der Infobroschüre – ein Bericht spricht von etwa einem Drittel der Länge. Inhaltlich-sprachlich sind sie meist anspruchsvoller als ein Zeitungsartikel, aber kürzer und direkter als die langen TMS-Textverständnis-Passagen.
Drei Fragetypen, die immer wieder auftauchen
Die fünf Antwortoptionen sehen formal immer gleich aus – die Logik dahinter unterscheidet sich aber. Aus den offiziellen Beispielen und unseren internen Übungsaufgaben lassen sich drei wiederkehrende Varianten herausarbeiten. Schau dir dazu unsere drei internen Übungsaufgaben zur Blutzuckerregulation an (Insulin/Glukagon, B-Zellen, C-Peptid – komplette Aufgaben im Kapitel Übungsaufgaben). Jede der drei verkörpert exemplarisch einen Fragetyp:
Typ 1 – Direkter Abgleich mit Textaussagen. Die Frage tippt fünf Sachverhalte an, vier davon stehen sinngemäß im Text, einer nicht (oder umgekehrt). Du musst Aussage für Aussage gegen den Text abgleichen. Unsere Übungsaufgabe 1 ist genau dieser Typ: Vier der fünf Optionen beschreiben Schritte der Insulinbildung oder -wirkung, eine („Abbau von Glykogen zu Glukose in den Leberzellen”) gehört aber zu Glukagon. Die kognitive Arbeit ist hier vor allem Wiedererkennen und Abgleichen.
Typ 2 – Mehrere nummerierte Aussagen prüfen. Die Frage listet drei Sachverhalte (I, II, III) auf, die Antwortoptionen sind dann Kombinationen davon: „nur I”, „nur I und III”, „alle drei” usw. Du musst jede der drei Teilaussagen einzeln entscheiden und dann die passende Kombination wählen. Unsere Übungsaufgabe 2 funktioniert so: Sympathikus-Aktivierung, Zerstörung der A-Zellen und Zerstörung der B-Zellen werden separat geprüft, am Ende ist „nur I und III” richtig. Hier wird kombinatorisches Denken verlangt – ein einziger Fehler bei einer Teilaussage zerstört die ganze Antwort.
Typ 3 – Folgerung aus mehreren Textinformationen. Das ist der anspruchsvollste Typ. Die Aussagen stehen so nicht wörtlich im Text – du musst sie aus mehreren Textinformationen logisch ableiten. Unsere Übungsaufgabe 3 zeigt das schön: Dass ein Typ-1-Diabetiker unter synthetischem Insulin praktisch kein C-Peptid im Blut hat, steht nirgendwo direkt. Du musst zwei Stellen verknüpfen – „C-Peptid entsteht nur bei körpereigener Insulinbildung” plus „bei Typ 1 sind die B-Zellen zerstört”. Hier wird Schlussfolgern geprüft, nicht Wiederfinden.

In der Praxis werden diese Typen gemischt: Zu einem Text bekommst du oft eine Frage vom Typ 1, eine vom Typ 2 und eine vom Typ 3 – das entspricht auch der Logik unserer Übungsaufgaben 1, 2 und 3. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei meist von Typ 1 zu Typ 3.
Praktische Rahmenbedingungen am Testtag
Das Format hat ein paar Eigenheiten, die du vor dem Test verinnerlichen solltest, weil sie deine Lesegewohnheiten direkt betreffen:
Keine Markierfunktion im Text. Das ist die wichtigste praktische Einschränkung. Du kannst auf dem Bildschirm nichts unterstreichen, einkreisen, gelb hinterlegen oder farblich codieren. Was im Schulalltag der Standardgriff ist – wichtige Begriffe markieren, Schlüsselwörter unterstreichen – fällt komplett weg. Wer das Lesen ohne Markierungen nicht trainiert hat, verliert hier Zeit.
Papier und Stift sind erlaubt. Spätestens ab dem Textverständnis-Modul darfst du dir Notizen auf Papier machen. Das ist Gold wert: kleine Skizzen von Regelkreisen, Pfeile zwischen Begriffen, Mini-Tabellen für nummerierte Aussagen. Bei einem Hormon-Regelkreis (Hormon A stimuliert B, B hemmt C, …) ist eine zweisekündige Pfeilskizze oft wertvoller als dreimaliges Nachlesen.
Ein einziger Taschenrechner-Ersatz – dein Kopf. Im Textverständnis spielt das selten eine Rolle, weil hier praktisch nichts zu rechnen ist. Erwähnt sei es trotzdem: Auch hier gilt das allgemeine Verbot.
Zeitfenster: 25 Minuten für 15 Aufgaben. Macht im Schnitt 100 Sekunden pro Aufgabe – inklusive Lesen des Textes. Da ein Text mehrere Fragen versorgt, verteilt sich die Zeit nicht gleichmäßig: Die erste Frage nach einem neuen Text frisst mehr Zeit (weil du den Text lesen musst), die folgenden Fragen sollten dann schneller gehen.
Eine Frage kommt in Erfahrungsberichten immer wieder auf: Kann ich während der Fragen jederzeit bequem zum Text zurückspringen oder sogar zwischen Text und Fragen frei hin- und herwechseln? Genau das wird in den uns vorliegenden Berichten nicht eindeutig beantwortet. Manche Schilderungen lesen sich so, als sei der Text neben den Fragen weiter sichtbar; andere geben dazu nichts her. Wir wollen dir hier keine falsche Sicherheit verkaufen: Plane konservativ. Lies den Text so, als müsstest du beim Beantworten möglichst wenig zurückspringen – mit Stichworten auf Papier, mentaler Struktur, klaren Notizen. Wenn du im echten Test bequem zurückblättern kannst, hast du nichts verloren. Wenn nicht, hast du dich vorbereitet.
Was du nach dieser Seite mitnimmst
Du weißt jetzt, was dich am Bildschirm erwartet: mehrere kurze, naturwissenschaftlich-biologische Fachtexte, dazu insgesamt 15 Single-Choice-Fragen mit fünf Antworten in 25 Minuten, verteilt auf drei wiederkehrende Fragetypen (direkter Abgleich, nummerierte Teilaussagen, Folgerung). Du kannst nichts im Text markieren, darfst aber Papier und Stift nutzen, und solltest die Bildschirm-Navigation lieber nicht voraussetzen. Wie du diese Texte sprachlich entschlüsselst und welche Lesestrategie unter Zeitdruck wirklich trägt, ist Thema der folgenden Unterkapitel.
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