Vorbereitung: Was man wiederholen sollte und wie man effizient trainiert

Im Untertest Mathematik und Physik wird kein Hochschulstoff geprüft – aber dafür musst du Schulgrundlagen sehr flott und sicher abrufen können, ohne Taschenrechner und unter knapper Zeit. Genau darin liegt die Vorbereitungsaufgabe: nicht den ganzen Oberstufenstoff neu pauken, sondern die richtigen Bausteine gezielt wiederbeleben und unter Testbedingungen automatisieren. Diese Seite zeigt dir, was Priorität hat, woran du dich realistisch hältst und wie ein Lernplan aussieht, der wirklich etwas bringt.

Wo stehst du gerade?

Bevor du loslegst, ordne dich grob ein – die Vorbereitung sieht je nach Ausgangslage deutlich anders aus.

Ausgangslage Typischer Bedarf Realistische Dauer
Frisch aus dem Abi, Mathe + Physik dabei Wiederauffrischen, Tempo & Genauigkeit ohne Rechner trainieren 2 Wochen
Abi etwas her, oder ohne Physik in der Oberstufe Mittelstufenphysik systematisch reaktivieren, viele Einheitenübungen 3–4 Wochen
Längere Schulpause / Quereinstieg Mittelstufenmathematik komplett auffrischen, Formeln neu kennenlernen 5–6 Wochen
ImportantWichtig: Nicht den ganzen Oberstufenstoff durchpflügen

Aus den Erfahrungsberichten ist sehr klar: Wer versucht, den kompletten Mathe- und Physik-Abiturstoff perfekt aufzufrischen, verschwendet Zeit. Der Test fragt breit, aber flach ab – ein gezieltes Wiederholen der Basics bringt mehr als tiefes Eintauchen in einzelne Themen.

Was wirklich Priorität hat

Die Erfahrungsberichte aus mehreren Jahrgängen zeigen ein bemerkenswert konsistentes Bild davon, was im Test tatsächlich zählt. Daraus ergibt sich eine klare Prioritätsordnung:

Priorität der Themen für die Vorbereitung – die obersten vier Punkte tauchen in praktisch allen Erfahrungsberichten auf, der untere Block kam in den letzten Jahrgängen kaum vor.

Konkret heißt das:

Pflichtprogramm – hier muss alles sitzen.

  • Einheiten und SI-Präfixe: milli, mikro, nano, kilo, Mega – inklusive der zugehörigen Zehnerpotenzen. Dazu Vergleichen und Umrechnen, auch über mehrere Stufen (z. B. von g/m³ in kg/dm³). Das ist der einheitliche Befund aller Berichte.
  • Dreisatz und Prozentrechnung: schnell, sicher, ohne Hilfsmittel. Bei Zwei-Schritt-Aufgaben (erst Anteil, dann Vergleich) ohne Aufschreiben des Dreisatz-Schemas.
  • Schriftliches Rechnen und Kopfrechnen: Multiplikation, Division, Bruchrechnung. Kein Taschenrechner – das ist der Punkt, an dem viele Probanden Punkte verlieren, obwohl sie den Stoff eigentlich beherrschen.
  • Proportions- und Verhältnisdenken: erkennen, ob eine Größe mit einer anderen linear, umgekehrt, quadratisch zusammenhängt – und daraus ohne fertige Formel schließen können.

Sehr empfohlen – einmal aktiv durchgegangen reicht meist.

  • Formeln umstellen: nach beliebiger Variable auflösen. Klingt banal, ist unter Zeitdruck aber eine Fehlerquelle.
  • Mechanik-Grundformeln: \(v = s/t\), \(a = \Delta v/\Delta t\), \(s = \tfrac{1}{2}gt^2\) beim freien Fall, \(F = m \cdot a\), \(\rho = m/V\), \(E_{\text{kin}} = \tfrac{1}{2}mv^2\), \(E_{\text{pot}} = m g h\). Was diese Formeln bedeuten, ist wichtiger, als sie auswendig herzuleiten – siehe unsere Übungsaufgabe 3 zum freien Fall.
  • e-Funktion und ln: Verlauf, Nullstelle bei \(\ln(1) = 0\), Grenzwerte für kleine und große Argumente, lineare Näherungen wie in unserer Übungsaufgabe 2.
  • Akustik und Wellen: \(v = f \cdot \lambda\) und das Verständnis, was Frequenz, Wellenlänge und Schallgeschwindigkeit überhaupt sind. Hier reicht Schulniveau.
  • Einfache Stromkreise: Reihen- und Parallelschaltung von Widerständen, \(U = R \cdot I\). Mehr nicht – siehe Übungsaufgabe 1.

Verzichtbar – Geometriebeweise, Stochastik, Differentialgleichungen, Optik-Theorie. In den Berichten taucht das schlicht nicht auf.

TipTipp: Lege dir eine eigene Mini-Formelsammlung an

Eine handgeschriebene A4-Seite mit allen Formeln, die du wirklich kennen willst – Mechanik, Dichte, Elektrizität, Wellen, e/ln. Wer eine Formelsammlung selbst zusammenstellt, lernt sie im Erstellen halb mit. Im Test selbst hast du sie nicht dabei, aber du wirst überrascht sein, wie viel hängenbleibt.

Materialien: schulnah und kostenlos schlägt teuer

Es gibt kein offizielles PhaST-Übungsbuch für Mathe/Physik. Das ist kein Nachteil, denn die besten Materialien sind ohnehin schulnah:

  • Deine alten Schulhefte und -bücher aus Mittel- und Oberstufe. Das Mittelstufenniveau (Klasse 8–10) deckt den allergrößten Teil ab.
  • Eine Formelsammlung – z. B. die aus deinem Abitur oder das Tafelwerk. Als Nachschlagewerk beim Üben, nicht zum Auswendiglernen.
  • Frei verfügbare Übungsplattformen wie Khan Academy, Mathebibel, LEIFIphysik. Speziell für Dreisatz-, Prozent- und Einheitenübungen findet man dort tausende Aufgaben mit Lösungen.
  • Die offizielle ITB-Infobroschüre mit den Demo-Aufgaben. Lies sie aufmerksam – sie zeigt dir Format, Niveau und typische Konstruktionen. Beachte aber: Mehrere Berichte ab 2023 schildern den echten Test als spürbar anspruchsvoller als die Broschüre vermuten lässt.
  • TMS-Material zum Untertest „Quantitative und formale Probleme”: Aufbau und Anforderungen ähneln dem PhaST sehr stark. TMS-Trainingsbücher und -Apps sind die wahrscheinlich beste externe Übungsquelle, wenn dir Schulaufgaben nicht reichen.
NoteHinweis: Teure Coaching-Pakete sind selten nötig

Aus den Erfahrungsberichten geht klar hervor, dass viele Teilnehmer mit eigenen Schulunterlagen und der Demo-Broschüre solide Ergebnisse erreicht haben. Geld für spezialisierte PhaST-Mathe-Kurse ist meistens kein Muss – die Inhalte überschneiden sich stark mit allgemein verfügbarem Schulstoff.

Das eine Trainingsprinzip, das alles entscheidet

Wenn du nur eine Sache aus dieser Seite mitnimmst, dann diese: Übe konsequent ohne Taschenrechner und mit laufender Stoppuhr. Genau darin unterscheidet sich der Test vom Schulalltag, und genau dort entscheiden sich die Punkte.

Konkret bedeutet das:

  1. Stoppuhr immer mitlaufen lassen. Setz dir 60 Sekunden pro Aufgabe als Trainingsziel. Du wirst am Anfang oft drüber liegen – das ist normal. Nach zwei Wochen täglichem Üben ist das ein anderer Wert.
  2. Block weg, Stift in die Hand. Schriftliches Multiplizieren und Dividieren rostet erstaunlich schnell ein. Plane in der ersten Trainingswoche bewusst ein paar Minuten reines schriftliches Rechnen ein, bis es wieder flutscht.
  3. Überschlagen vor Ausrechnen. Bei Multiple-Choice mit fünf Optionen reicht oft die Größenordnung, um drei Distraktoren auszuschließen. Trainiere bewusst, zuerst zu schätzen und dann zu rechnen.
  4. Einheiten als Variable mitführen. Schreib in jeder Zeile die Einheit dazu. Wenn am Ende „kg/m³” rauskommt und gefragt war „g/cm³”, siehst du den Fehler sofort, statt eine falsche Zahl anzukreuzen.

Beispiel für einen 3-Wochen-Plan: in der ersten Woche viel Auffrischung von Grundrechnen und Einheiten, dann Formeln dazu, in der letzten Woche Schwerpunkt auf Komplettsimulationen unter Echtbedingungen.

Ein realistischer 3-Wochen-Plan

Die obige Grafik zeigt schematisch, worum es geht. Konkret kann das so aussehen – täglich etwa 45–75 Minuten reichen aus:

Woche 1 – Auffrischen. Jeden Tag 20 Minuten Einheiten und Präfixe (umrechnen, vergleichen, in Zehnerpotenzen schreiben), 20 Minuten Dreisatz/Prozent ohne Rechner, 10 Minuten reines schriftliches Rechnen. Parallel deine Mini-Formelsammlung erstellen.

Woche 2 – Vertiefen. Mechanik-Formeln aktiv anwenden, e- und ln-Verhalten an Beispielen durchrechnen, einfache Schaltungen üben. Jetzt zum ersten Mal kleine Aufgabenpakete unter Zeitlimit – z. B. 5 Aufgaben in 5 Minuten.

Woche 3 – Simulieren. Mindestens drei volle Durchgänge à 15 Aufgaben in 15 Minuten unter realistischen Bedingungen: Stuhl, Tisch, Stift, Papier, kein Handy, keine Pause. Danach jeweils auswerten – nicht nur „richtig/falsch”, sondern warum es schiefging: Rechenfehler, Einheitenfehler, Konzept nicht klar, oder schlicht zu langsam?

TipTipp: Fehler-Tagebuch führen

Notiere dir jeden Übungsfehler in einer Liste mit zwei Spalten: Was war falsch? und Warum? Nach einer Woche siehst du dein persönliches Fehlermuster – und kannst gezielt dagegen üben. Bei den meisten Lernenden tauchen drei, vier Fehlertypen immer wieder auf; die zu eliminieren bringt mehr Punkte als noch ein neues Thema.

Sonderfall: längere Schulpause oder kein Physik-Oberstufenkurs

Wer Physik nur in der Mittelstufe hatte oder seit Jahren raus aus der Schule ist, sollte zwei Wochen vor den eigentlichen Plan packen, in denen ausschließlich Mittelstufenphysik wiederholt wird – also genau das, was in den Klassen 7 bis 10 dran war: Geschwindigkeit und Beschleunigung, Kraft und Masse, Dichte, Druck, Stromkreis, Schall. Aus den Erfahrungsberichten geht hervor, dass dieser Stoff im Test tatsächlich völlig ausreicht – tiefere Oberstufenphysik ist nicht gefragt.

Die wichtigste Erkenntnis aus mehreren Berichten von Quereinsteigern: Auch ohne perfektes Formelwissen kommst du oft mit reinem Verhältnisdenken durch. Wenn du etwa weißt, dass die Fallstrecke quadratisch mit der Zeit wächst (siehe Übungsaufgabe 3), kannst du auch ohne \(s = \tfrac{1}{2}gt^2\) präsent zu haben die richtige Antwort finden – einfach weil „doppelte Zeit → vierfache Strecke” ein Verhältnis ist. Diese Art zu denken ist trainierbar und sollte ein expliziter Schwerpunkt deiner Vorbereitung sein.

ImportantWichtig: Den Test nicht unterschätzen, aber auch nicht überdramatisieren

Mehrere Berichte beschreiben den Mathe/Physik-Teil als deutlich härter, als die Demo-Broschüre suggeriert – andere Berichte halten ihn für gut machbar. Beides stimmt: Der Stoff ist Schulniveau, aber Zeitdruck, fehlender Taschenrechner und teils ungewohnte Einkleidungen machen aus „eigentlich einfach” schnell ein „doch knifflig”. Wer die Pflicht-Themen zwei Wochen lang wirklich unter Echtbedingungen geübt hat, ist bestens vorbereitet.

Feedback

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