Überblick: Was im Untertest geprüft wird
Bevor wir uns in einzelne Rechenarten stürzen, lohnt sich ein klarer Blick auf das, was dich in diesem Untertest tatsächlich erwartet. Viele schreckt der Name “Analyse quantitativer Zusammenhänge” zunächst ab – das klingt nach Statistik, Analysis und höherer Mathematik. Tatsächlich misst der Test etwas viel Bodenständigeres: ob du mit Zahlen, Größen und einfachen Formeln schnell, sauber und im Kopf umgehen kannst.
Was der Untertest eigentlich misst
Geprüft wird das, was die Testdiagnostik numerisches Schlussfolgern nennt: das schnelle Verarbeiten von Zahlen, Verhältnissen, Größen und einfachen funktionalen Zusammenhängen in naturwissenschaftsnahen Kontexten. Du bekommst kurze Aufgabenstellungen aus dem pharmazeutischen oder chemisch-physikalischen Alltag – zum Beispiel das Verdünnen einer Stammlösung, eine Dosierung pro Kilogramm Körpergewicht oder eine Tabelle mit Messwerten – und musst daraus zügig die richtige Schlussfolgerung ziehen.
Der Witz daran: Die einzelnen Rechenschritte sind fast immer auf Mittelstufenniveau. Was den Test schwierig macht, ist nicht die mathematische Tiefe, sondern die Kombination aus Tempo, Sauberkeit und fehlendem Taschenrechner. Du arbeitest ausschließlich mit Stift, Notizpapier und Kopf.
Der Zeitrahmen: 15 Aufgaben in 25 Minuten
Im Originaltest hast du 25 Minuten Zeit für 15 Aufgaben. Das klingt zunächst entspannt – ist es aber nicht. Rechne das einmal durch: 25 Minuten geteilt durch 15 Aufgaben sind exakt 100 Sekunden pro Aufgabe, also 1 Minute 40 Sekunden. In diesen 100 Sekunden musst du den Aufgabentext lesen, das Problem strukturieren, rechnen, das Ergebnis mit den fünf Antwortoptionen abgleichen und anklicken.

Dieser knappe Takt ist der eigentliche Charakter des Untertests. In den Erfahrungsberichten ist der Tenor sehr eindeutig: Inhaltlich kommen fast alle mit den Aufgaben klar – aber viele scheitern daran, sie rechtzeitig zu beenden. Manche beschreiben den Teil sogar als “in der Zeit nicht machbar”. Andere, die sich gezielt auf Tempo trainiert haben, berichten, er sei sogar einfacher gewesen als die Beispielaufgaben in der Infobroschüre. Der Unterschied liegt fast immer in der Routine, nicht im Mathekönnen.
Wer in der Vorbereitung nur “verstehend” rechnet, ohne unter Zeitdruck zu üben, wird im Test überrascht. Das eigentliche Trainingsziel ist nicht “Ich kann diese Aufgabe lösen”, sondern “Ich löse diese Aufgabe in unter 90 Sekunden, ohne mich zu verrechnen”.
Welches Mathe-Niveau wirklich verlangt wird
Eine der häufigsten Sorgen bei der Vorbereitung ist: “Ich war in der Oberstufe nicht gut in Mathe – schaffe ich das überhaupt?” Die ehrliche Antwort lautet: Ja, sehr wahrscheinlich. Denn das, was hier abgefragt wird, hat mit Oberstufenmathematik praktisch nichts zu tun.
| Wird geprüft | Wird nicht geprüft |
|---|---|
| Grundrechenarten (auch schriftlich) | Differential- und Integralrechnung |
| Dreisatz, Verhältnisse, Proportionen | Stochastik, Statistik, Wahrscheinlichkeiten |
| Prozentrechnung | Vektorrechnung, lineare Algebra |
| Einheiten umrechnen, Zehnerpotenzen | Komplexe Zahlen, Beweise |
| Einfache Formeln einsetzen und interpretieren | Kurvendiskussion, Grenzwerte |
| Funktionale Zusammenhänge erkennen (\(x \sim t\), \(x^2 \sim t\) usw.) | Abstrakte Algebra, Topologie |
| Mischungs- und Verdünnungsrechnen | Numerische Verfahren, Approximation |
Mit anderen Worten: Wenn du die Mathematik aus etwa der Mittelstufe sicher beherrschst und sie unter Zeitdruck flüssig anwenden kannst, hast du das fachliche Niveau bereits erreicht. Was du dazulernst, ist eher die Routine – das automatische Erkennen von Aufgabentypen und die geübte Hand beim Kopfrechnen.
Wie das aussehen kann, zeigen unsere internen Übungsaufgaben (siehe spätere Unterkapitel). In Übungsaufgabe 1 etwa geht es darum, aus einer 4 %igen Stammlösung 250 mL einer 0,8 %igen Zubereitung herzustellen – die zentrale Rechnung ist ein einziger Dreisatz. In Übungsaufgabe 3 musst du aus einer Wertetabelle erkennen, dass eine Verdopplung der Konzentration zu einer Vervierfachung der Geschwindigkeit führt – also \(v \sim c^2\). Beides sind keine Mathe-Olympiade-Aufgaben, sondern saubere Anwendung dessen, was du im Prinzip schon kennst.
Die Themenfelder im Überblick
Obwohl die konkreten Aufgaben jedes Jahr leicht variieren, kehren bestimmte Themengebiete sehr konstant wieder. Die folgende Übersicht ordnet sie nach ihrer ungefähren Häufigkeit in den Erfahrungsberichten ein – sie zeigt zugleich, in welche Richtung dieses Kapitel dich systematisch aufbaut.

Auffällig sind zwei Punkte. Erstens: Mischungs- und Verdünnungsaufgaben sind in fast jedem Erfahrungsbericht der inhaltliche Schwerpunkt – manche Teilnehmende schätzen, dass damit grob 80 % aller Aufgaben abgedeckt seien. Zweitens: Der sichere Umgang mit Einheiten und Zehnerpotenzen wird genauso oft hervorgehoben wie das eigentliche Rechnen. Wer mg, g, mL, L, dm³ und µmol/(L·s) nicht ohne Zögern auseinanderhalten kann, verliert hier wertvolle Sekunden – und macht nervöse Flüchtigkeitsfehler.
Genau deshalb baut das Kapitel im Folgenden bewusst diese Reihenfolge auf: Zuerst die Rechenbasis (Grundrechenarten, Überschlagen, Plausibilitätschecks), dann Verhältnisse und Prozent, anschließend die großen Anwendungsfelder Mischungen, Dosierungen, Einheiten, danach Formeln und funktionale Zusammenhänge, und am Schluss Strategie, typische Fehler und Vorbereitung. Jedes dieser Themen bekommt ein eigenes Unterkapitel.
Warum dieser Teil als besonders trainierbar gilt
Im Vergleich zu reinen Wissensbereichen (Biologie, Chemie) hat der Quanti-Teil einen großen Vorteil: Es gibt keinen Wortschatz, den du auswendig lernen müsstest. Du musst keine Hormonregelkreise nachschlagen und keine Reaktionsmechanismen pauken. Stattdessen geht es um eine begrenzte Menge an Rechentechniken, die durch Wiederholung immer schneller abrufbar werden.
Das deckt sich mit der kognitionspsychologischen Forschung zu Rechenkompetenz: Je stärker einfache Rechenroutinen automatisiert sind, desto weniger Arbeitsgedächtnis verbrauchen sie – und desto mehr Kapazität bleibt für die eigentliche Problemstruktur der Aufgabe. Genau das ist der Grund, warum geübte Rechnerinnen und Rechner in 60 Sekunden lösen, woran weniger geübte vier Minuten sitzen, obwohl sie inhaltlich denselben Weg gehen.
Aus der Community kommt sehr konsistent der Hinweis, dass der TMS-Untertest “Quantitative und formale Probleme” das beste verfügbare Trainingsmaterial ist – die Aufgabenformate ähneln sich stark. Erwarte aber nicht, dass die Aufgaben 1:1 identisch sind: Manche empfinden den PhaST-Quantiteil als leichter, andere als deutlich schwerer. Mehr zu konkreten Materialien und Lernplänen folgt im Unterkapitel zur Vorbereitung.
Was du nach diesem Kapitel können solltest
Wenn du das gesamte Kapitel durchgearbeitet hast, sollst du in der Lage sein, eine typische Quanti-Aufgabe in unter 100 Sekunden zu lesen, einzuordnen, zu rechnen und zu beantworten – ohne Taschenrechner, mit ruhiger Hand und einem stabilen Gefühl dafür, ob dein Ergebnis von der Größenordnung her überhaupt sein kann. Genau dieser letzte Punkt – das Plausibilisieren – ist im Test oft die Differenz zwischen “richtig geraten” und “richtig gerechnet”. Wir bauen diese Routine in den nächsten Unterkapiteln Schritt für Schritt auf.
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