Einheiten, Volumen, Präfixe und Zehnerpotenzen
Einheiten sind im Untertest Analyse quantitativer Zusammenhänge der unauffälligste, aber gefährlichste Stolperstein. Fast alle Erfahrungsberichte stimmen darin überein: Wer Einheiten nicht reflexartig umrechnen kann, verliert wertvolle Sekunden – oder rechnet gleich um eine Zehnerpotenz daneben. Gleichzeitig sind Einheiten ein mächtiges Kontrollinstrument: Wenn am Ende einer Rechnung die Einheit stimmt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die Zahl stimmt. Diese Seite bringt dich an den Punkt, an dem Umrechnungen, Präfixe und Größenordnungen so sicher sitzen, dass du im Test nicht mehr darüber nachdenken musst.
SI-Präfixe und Zehnerpotenzen
Ein Präfix wie milli- oder kilo- ist nichts anderes als eine abgekürzte Zehnerpotenz, die vor eine Einheit gesetzt wird. Statt „0,000 001 g” schreibt man 1 µg, statt „1 000 g” schreibt man 1 kg. Der Trick: Du musst nicht die Einheit umrechnen, sondern nur den Präfix gegen seine Zehnerpotenz austauschen.
Für den PhaST musst du diese Präfixe blitzschnell beherrschen:
| Präfix | Symbol | Faktor | Zehnerpotenz |
|---|---|---|---|
| Giga- | G | 1 000 000 000 | \(10^{9}\) |
| Mega- | M | 1 000 000 | \(10^{6}\) |
| Kilo- | k | 1 000 | \(10^{3}\) |
| Hekto- | h | 100 | \(10^{2}\) |
| Deka- | da | 10 | \(10^{1}\) |
| – | – | 1 | \(10^{0}\) |
| Dezi- | d | 0,1 | \(10^{-1}\) |
| Zenti- | c | 0,01 | \(10^{-2}\) |
| Milli- | m | 0,001 | \(10^{-3}\) |
| Mikro- | µ | 0,000 001 | \(10^{-6}\) |
| Nano- | n | 0,000 000 001 | \(10^{-9}\) |
| Piko- | p | \(10^{-12}\) | \(10^{-12}\) |
Pharmazeutisch besonders relevant ist der Bereich kg → g → mg → µg → ng. Zwischen jedem Schritt liegt ein Faktor 1000 (\(10^3\)). Wenn du eine Tablette mit 50 mg Wirkstoff hast und insgesamt 20 Stück herstellen willst, sind das \(20 \cdot 50\;\text{mg} = 1000\;\text{mg} = 1\;\text{g}\). Genau diese Sprünge zwischen Milligramm und Gramm passieren in fast jeder Aufgabe.

Der häufigste Flüchtigkeitsfehler ist der Sprung von mg zu µg. Das sind nicht 100, sondern 1000. Genauso: 1 g = 1000 mg = 1 000 000 µg. Wer hier eine Null verliert, rechnet das ganze Ergebnis um den Faktor 10 daneben.
Massen sicher umrechnen
Bei Massen ist die Umrechnung im Prinzip einfach – aber unter Zeitdruck nur, wenn sie im Schlaf sitzt. Die Faustregel: eine Stufe = drei Nullen verschieben.
\[1\;\text{kg} = 10^{3}\;\text{g} = 10^{6}\;\text{mg} = 10^{9}\;\text{µg}\]
Beispiel: 0,25 g sind wie viele mg? Multipliziere mit 1000 (weil mg „kleiner” ist, brauchst du mehr davon): \(0{,}25 \cdot 1000 = 250\;\text{mg}\). Umgekehrt: 4500 µg sind \(4500 / 1000 = 4{,}5\;\text{mg} = 0{,}0045\;\text{g}\).
Bevor du mit Faktoren hantierst, frag dich: Wird die Zahl größer oder kleiner? Wenn du von g in mg rechnest, geht es zu einer kleineren Einheit – du brauchst mehr davon, also wird die Zahl größer. Diesen Sanity-Check in zwei Sekunden vor jeder Umrechnung durchziehen, und du eliminierst die häufigste Fehlerquelle: das Komma in die falsche Richtung schieben.
Volumen: Liter, Milliliter, Kubikdezimeter
Hier wird es interessant – und genau hier patzen die meisten. Der entscheidende Zusammenhang lautet:
\[1\;\text{L} = 1\;\text{dm}^{3} = 1000\;\text{mL} = 1000\;\text{cm}^{3}\]
Ein Liter ist also exakt das Volumen eines Würfels mit 10 cm Kantenlänge. Und ein Milliliter ist exakt ein Kubikzentimeter (cm³) – das nutzt man in der Pharmazie ständig, weil 1 mL Wasser auch ungefähr 1 g wiegt.

Genau dieser Würfel ist der Schlüssel zum Verständnis: 10·10·10 = 1000. Drei lineare Zentimeter werden zu tausend kubischen. Daraus folgt direkt die Falle, vor der ich dich gleich warnen muss.
Lineare vs. kubische Einheiten – die schmerzhafteste Falle
Wenn du bei einer Längeneinheit von cm zu mm umrechnest, ist der Faktor 10. Bei einer Volumeneinheit von cm³ zu mm³ ist der Faktor aber \(10^3 = 1000\). Bei einer Flächeneinheit ist es \(10^2 = 100\). Der Grund: Wenn jede Kante 10-mal kleiner wird, schrumpft das Volumen mit der dritten Potenz.

Konkret heißt das: \(1\;\text{m}^3 = 1000\;\text{dm}^3 = 1000\;\text{L}\). Ein Kubikmeter Wasser sind tausend Liter – das passt zu einer Badewanne plus Reserve. Und \(1\;\text{cm}^3 = 1000\;\text{mm}^3\), nicht 10.
Bei m → dm verschiebst du das Komma eine Stelle. Bei m³ → dm³ verschiebst du es drei Stellen. Wer hier mechanisch „eine Stufe = ein Komma” anwendet, rechnet um Faktor 100 daneben. Genau dieser Fehler ist in den Erfahrungsberichten als typische Falle bei Volumenaufgaben dokumentiert.
Pharmazeutische Konzentrationsangaben
Konzentration ist eine zusammengesetzte Einheit: eine Masse oder ein Volumen pro Bezugsmenge. Die wichtigsten Formen, die im PhaST auftauchen:
| Schreibweise | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| g/L oder mg/mL | Masse pro Volumen | 5 g/L = 5 mg/mL |
| % (m/V) | Gramm pro 100 mL | 0,9 % NaCl = 0,9 g / 100 mL = 9 g/L |
| % (m/m) | Gramm pro 100 g | 5 % Salbe = 5 g Wirkstoff pro 100 g Salbe |
| % (V/V) | Volumen pro Volumen | 70 % Ethanol = 70 mL EtOH pro 100 mL |
| mol/L | Stoffmenge pro Volumen | physiologische Lösung ~150 mmol/L |
| ppm | parts per million | 1 ppm = 1 mg/kg ≈ 1 mg/L |
Der m/V-Trick: Eine Lösung mit „X % (m/V)” enthält X Gramm Wirkstoff in 100 mL Lösung. Das ist gleichbedeutend mit \(X/100 = 0{,}0X\;\text{g/mL}\) oder \(10X\;\text{g/L}\).
Schau dir das in Übungsaufgabe 1 an: 4 % (m/V) bedeutet 4 g pro 100 mL, also 0,04 g/mL. Genau mit diesem Zahlenwert kannst du sofort weiterrechnen, ohne über Prozente zu grübeln. Entscheidend ist, dass du in der gleichen Einheitsfamilie bleibst: g und mL passen zusammen, ebenso mg und mL. Mischst du die Familien (z. B. mg pro Liter rechnen, ohne umzurechnen), entsteht der berühmte Faktor-1000-Fehler.
Zusammengesetzte Einheiten richtig handhaben
Sobald Einheiten kombiniert werden – Masse pro Volumen, Volumen pro Zeit, Dosis pro Körpergewicht – gilt eine eiserne Regel: Erst alle Einheiten harmonisieren, dann rechnen. Sonst stehen am Ende Mischeinheiten wie „mg/(L·kg)” da, die niemand sauber überblickt.
Beispiel: Eine Infusion läuft mit 120 mL/h. Wie viel pro Minute? Du teilst durch 60: \(120/60 = 2\;\text{mL/min}\). Wie viel pro Sekunde? Nochmal durch 60: \(2/60 \approx 0{,}033\;\text{mL/s}\).
Beispiel mit Dosierung: Ein Wirkstoff wird mit 5 mg/kg Körpergewicht dosiert. Ein 60-kg-Patient bekommt \(5 \cdot 60 = 300\;\text{mg}\). Wenn der Wirkstoff in einer 2 %igen Lösung (= 20 mg/mL) vorliegt, brauchst du \(300/20 = 15\;\text{mL}\) davon.
Schreibe Einheiten in den Rechenweg mit, nicht nur die Zahlen. Wenn du z. B. \(\frac{2\;\text{g}}{0{,}04\;\text{g/mL}}\) rechnest, kürzt sich „g” weg und übrig bleibt mL – exakt das, was du suchst. Wenn am Ende nicht die richtige Einheit rauskommt, hast du irgendwo falsch umgerechnet oder falsch geteilt. Diese Methode heißt Dimensionsanalyse und ist die zuverlässigste Fehlerprüfung, die du ohne Taschenrechner hast.
Größenordnungen abschätzen
Im Test ist Schnelligkeit oft wichtiger als Präzision. Wenn die Antwortmöglichkeiten weit auseinanderliegen, reicht ein Größenordnungs-Check: Statt 0,8 % von 250 mL exakt zu rechnen, denkst du „etwa 1 % von 250 mL = 2,5 mL Wirkstoff, also brauche ich aus einer 4 %-Stammlösung etwa ein Viertel davon zurück, also ungefähr … 50 mL”. Genau so läuft die Lösung von Übungsaufgabe 1:
- Endmenge Wirkstoff: \(250\;\text{mL} \cdot 0{,}008\;\text{g/mL} = 2\;\text{g}\)
- Daraus aus 4 %-Stammlösung (0,04 g/mL): \(2 / 0{,}04 = 50\;\text{mL}\)
Beachte, wie die Einheiten in der zweiten Rechnung sauber aufgehen: \(\frac{\text{g}}{\text{g/mL}} = \text{mL}\). Genau diese Kontrolle hilft dir auch unter Stress, das richtige Ergebnis zu erkennen.
Zehnerpotenz-Schreibweise im Kopf
Manche Aufgaben werfen Zahlen in wissenschaftlicher Notation – etwa \(3{,}5 \cdot 10^{-4}\;\text{mol/L}\). Drei Regeln, die du dafür im Schlaf können musst:
Multiplikation: Mantissen multiplizieren, Exponenten addieren. \[2 \cdot 10^{3} \cdot 4 \cdot 10^{-5} = 8 \cdot 10^{-2}\]
Division: Mantissen dividieren, Exponenten subtrahieren. \[\frac{6 \cdot 10^{4}}{2 \cdot 10^{-2}} = 3 \cdot 10^{6}\]
Komma verschieben: Komma um \(n\) Stellen nach rechts → Exponent um \(n\) kleiner. Komma nach links → Exponent größer. \[0{,}00045 = 4{,}5 \cdot 10^{-4}\]
Für Konzentrationen heißt das: \(5 \cdot 10^{-3}\;\text{mol/L} = 5\;\text{mmol/L}\). Eine Aufgabe in dieser Schreibweise zu sehen ist gleichwertig damit, sie in mmol/L zu sehen – nur die Verkleidung ist anders.
Die wichtigsten Umrechnungen, die sitzen müssen
Die Erfahrungsberichte zum PhaST sind hier auffällig konsistent: Wer Einheiten automatisch umrechnen kann, gewinnt im Test wertvolle Sekunden. Hier eine Kurzliste, die du bis zum Test reflexhaft beherrschen solltest:
| Aussage | Wert |
|---|---|
| 1 g | 1000 mg |
| 1 mg | 1000 µg |
| 1 kg | 1 000 000 mg |
| 1 L | 1000 mL |
| 1 L | 1 dm³ |
| 1 mL | 1 cm³ |
| 1 m³ | 1000 L |
| 1 % (m/V) | 10 g/L = 10 mg/mL |
| 1 mg/mL | 1 g/L |
| 1 mmol/L | \(10^{-3}\) mol/L |
Bei verdünnten wässrigen Lösungen (und reinem Wasser) gilt näherungsweise: 1 mL ≈ 1 g. Das macht Pharma-Rechnungen oft einfacher als sie aussehen, weil sich Volumen- und Masseangaben unter dieser Annahme direkt ineinander übersetzen lassen. Bei konzentrierten Lösungen, Sirupen oder Salben gilt das nicht mehr – dort musst du mit der angegebenen Dichte rechnen.
Trainingsempfehlung
Mache dir aus den obigen Umrechnungen kleine Karteikarten und teste dich täglich, bis die Antworten ohne Nachdenken kommen. Genau das berichten erfolgreiche PhaST-Teilnehmer: Sie haben Einheiten und Präfixe so lange gedrillt, bis das Arbeitsgedächtnis im Test komplett für die eigentliche Rechnung frei war. Wenn du bei „2 g/L = ? mg/mL” länger als zwei Sekunden überlegen musst, ist es noch nicht automatisch genug. Ziel ist: Einheiten umrechnen so flüssig wie das kleine Einmaleins.
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