Beispielaufgaben
Im Folgenden findest du drei interne Übungsaufgaben, die wir zur Vorbereitung auf den Untertest Analyse quantitativer Zusammenhänge parallel zu den offiziellen Beispielaufgaben aus der ITB-Infobroschüre entwickelt haben. Sie greifen denselben Aufgabentyp und denselben Schwierigkeitsgrad auf, sind aber inhaltlich vollständig eigenständig formuliert. Plane für die drei Aufgaben zusammen rund 5 Minuten Bearbeitungszeit ein und rechne wie im echten Test ohne Taschenrechner.
Übungsaufgabe 1 – Verdünnung einer Stammlösung
In der Rezeptur soll aus einer 4 %igen (m/V) Stammlösung eines Wirkstoffs eine gebrauchsfertige Zubereitung mit einem Endvolumen von 250 mL und einer Konzentration von 0,8 % (m/V) hergestellt werden. Volumenkontraktionen und Verluste beim Mischen werden vernachlässigt.
Welches Volumen der Stammlösung musst du mindestens vorlegen, bevor du mit Wasser auf das Endvolumen auffüllst?
- 25 mL
- 40 mL
- 50 mL
- 80 mL
- 100 mL
Richtige Antwort: C) 50 mL
Benötigte Wirkstoffmasse in der Endzubereitung:
\[m = 250\;\text{mL} \cdot 0{,}008\;\text{g/mL} = 2\;\text{g}\]
Diese 2 g müssen aus der 4 %igen Stammlösung (= 0,04 g/mL) stammen:
\[V_\text{Stamm} = \frac{2\;\text{g}}{0{,}04\;\text{g/mL}} = 50\;\text{mL}\]
Anschließend wird mit Wasser auf 250 mL aufgefüllt (200 mL Verdünnungsmittel).
Übungsaufgabe 2 – Henderson-Hasselbalch-Gleichung
Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung beschreibt das Verhältnis von Säure und korrespondierender Base in einer Pufferlösung:
\[\text{pH} = \text{p}K_\text{a} + \log_{10}\!\left(\frac{[\text{A}^-]}{[\text{HA}]}\right)\]
Dabei ist \([\text{HA}]\) die Konzentration der undissoziierten Säure und \([\text{A}^-]\) die Konzentration der korrespondierenden Base. Der p\(K_\text{a}\)-Wert ist eine Stoffkonstante für die jeweilige Säure bei gegebener Temperatur.
Welche der folgenden Aussagen trifft zu?
- Liegt der pH-Wert um eine Einheit oberhalb des p\(K_\text{a}\)-Wertes, beträgt das Verhältnis \([\text{A}^-]:[\text{HA}]\) genau 100:1.
- Bei pH = p\(K_\text{a}\) liegen Säure und korrespondierende Base in gleicher Stoffmengenkonzentration vor.
- Der p\(K_\text{a}\)-Wert einer Säure verändert sich proportional zur eingesetzten Gesamtkonzentration des Puffers.
- Für pH < p\(K_\text{a}\) überwiegt stets die deprotonierte Form \([\text{A}^-]\).
- Die rechte Seite der Gleichung trägt die Einheit mol/L, da Konzentrationen eingesetzt werden.
Richtige Antwort: B
- Falsch: \(\log_{10}(x) = 1 \Rightarrow x = 10\), das Verhältnis ist also 10:1, nicht 100:1.
- Richtig: Aus pH = p\(K_\text{a}\) folgt \(\log_{10}([\text{A}^-]/[\text{HA}]) = 0\), also \([\text{A}^-] = [\text{HA}]\).
- Falsch: p\(K_\text{a}\) ist eine Stoffkonstante (nur temperatur- und lösungsmittelabhängig), unabhängig von der eingesetzten Konzentration.
- Falsch: Bei pH < p\(K_\text{a}\) überwiegt die protonierte Form HA.
- Falsch: Im Logarithmus steht ein Konzentrationsverhältnis, die Einheiten kürzen sich heraus – pH und p\(K_\text{a}\) sind einheitenlos.
Übungsaufgabe 3 – Zusammenhang aus einer Messreihe
In einem kinetischen Experiment wird die Reaktionsgeschwindigkeit \(v\) in Abhängigkeit von der Ausgangskonzentration \(c\) eines Substrats gemessen. Die folgende Tabelle fasst die Messwerte zusammen:
| \(c\) (in mmol/L) | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| \(v\) (in µmol/(L·s)) | 2 | 8 | 18 | 32 | 50 |
Welche Beziehung zwischen \(v\) und \(c\) beschreibt diese Werte am besten?
- \(v \sim c\)
- \(v \sim \sqrt{c}\)
- \(v \sim c^{2}\)
- \(v \sim c^{3}\)
- \(v \sim \dfrac{1}{c}\)
Richtige Antwort: C) \(v \sim c^{2}\)
Eine Verdopplung von \(c\) (z. B. von 1 auf 2 oder von 2 auf 4) führt zu einer Vervierfachung von \(v\) (2 → 8 bzw. 8 → 32). Das ist genau das Verhalten einer quadratischen Proportionalität.
Test über den Quotienten \(v/c^{2}\):
\[\frac{2}{1^2} = \frac{8}{2^2} = \frac{18}{3^2} = \frac{32}{4^2} = \frac{50}{5^2} = 2\]
Der Quotient ist konstant – damit gilt \(v = 2 \cdot c^{2}\), also \(v \sim c^{2}\). Die linearen, kubischen, wurzelförmigen und reziproken Beziehungen würden andere Faktoren erzeugen (×2, ×8, ×\(\sqrt{2}\) bzw. ×½) und passen nicht zu den Daten.
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